Was man vor dem Kauf eines Kaminofens beachten sollte

Überlegungen vor dem Kaminkauf

In jedem Fall lohnt sich vor dem Kauf eines Kaminofens die Konsultation eines Schornsteinfegers. Da der Kaminofen nach dem Einbau ohnehin von ihm abgenommen werden muss, bevor er in Betrieb genommen werden darf, macht es Sinn, bereits vorab wichtige Voraussetzungen zu klären.

Beispielsweise sollte dafür Sorge getragen werden, dass der Rauch nicht in die Nachbarhäuser zieht – hierzu sollte sich der Ausgang des Schornsteins einen Meter über allen Fenstern und Türen der umliegenden Häuser (Umkreis von 15 Metern) befinden. Ist der Schornstein des Hauses groß genug für die gewünschte Art des Kaminofens? Sind die notwendigen Anschlüsse vorhanden? Trägt der Boden des Raumes den Kaminofen? Was müsste ggf. baulich verändert werden?

Ist eine Baugenehmigung nötig? Im Idealfall lassen sich solche Fragen im Rahmen einer kostenlosen Vorbesprechung mit dem Schornsteinfeger klären. Um Kosten und unnötige Informationssuche einzusparen, kann man sich auch zunächst dahingehend beraten lassen, welche Arten von Kaminöfen aufgrund der baulichen Voraussetzungen überhaupt in Frage kommen. So lässt sich die Auswahl sinnvoll einschränken. Der Einbau eines Kaminofens ist übrigens auch in vielen Wohnungen möglich – dies erfragt man am besten direkt beim Eigentümer oder der Hausverwaltung.

Sie möchten mit Ihrem neuen Kaminofen die Heizkosten senken? Dann sollten Sie unbedingt die Leistung des Ofens berücksichtigen. Die benötigte Heizleistung ist abhängig von der Größe des zu beheizenden Raumes und der Wärmedämmung des Gebäudes. Orientieren kann man sich an dem groben Richtwert „1kW pro 10 m² Wohnfläche“, die der Kaminofen als Leistung bringen sollte.

Bei der Wahl des richtigen Kaminofens stellt sich dann die Frage, welches Brennmittel man  zu verfeuern gedenkt. Hier gibt es z. T. erhebliche Unterschiede im Komfort bei der Handhabung, der Energiebilanz und der Umweltverträglichkeit.

 

Das richtige Kaminholz für den Ofen

Kaminholz lässt sich in verschiedenen Formen zur Wärmeerzeugung verbrennen: als klassisches Scheitholz, Holzbriketts oder Holzpellets. Scheitholz ist dann vorteilhaft, wenn es nicht nur um die reine Heizleistung, sondern auch um den atmosphärischen Aspekt eines knisternden Kaminfeuers geht. Dabei stehen verschiedene Holzarten (z.B. Esche, Eiche, Birke oder Buche) zur Auswahl. Hier ist Buchenholz aufgrund der schönen Flammenbildung besonders empfehlenswert.

Kaminöfen für Scheitholz lassen sich problemlos auch mit Holzbriketts betreiben. Bei der Verfeuerung von Briketts entsteht allerdings viel Asche, die im Anschluss entsorgt werden muss und die Reinigung des Kaminofens aufwändiger gestaltet. Um diesen Nachteil zumindest abzuschwächen, können die Briketts auch nur in Ergänzung zum Scheitholz zum Einsatz kommen. Für die Verfeuerung von Holzpellets sind hingegen speziell dafür zugelassene Kaminöfen erforderlich.

Diese besitzen meist einen leicht nachfüllbaren Vorratsbehälter für die Pellets, was die Handhabung komfortabel macht und den Platz für einen größeren Holzvorrat einspart. Außerdem produzieren die Pellets deutlich weniger Asche als Scheitholz. Andererseits verbrennen sie nicht so schön, die Flammenbildung ist deutlich geringer. Der Brennwert von Kaminholz variiert je nach Holzart zwischen 4,0  und 4,4 kWh/kg, wobei Nadelhölzer den höchsten Brennwert haben, jedoch den Nachteil eines erhöhten Funkenflugs bergen.

Zum Vergleich: Holzpellets und Holzbriketts weisen jeweils einen Brennwert von 4,9 kWh/kg auf.

Steinkohlebriketts / Braunkohlebriketts

In den meisten Kaminöfen lassen sich sowohl Holz als auch Braun- oder Steinkohlebriketts verfeuern. Um nicht gegen die Immissionsschutzverordnung zu verstoßen, sollte der Kaminofen aber auch für dieses Brennmaterial zugelassen sein. Der Brennwert von Steinkohle liegt mit 7,5-9,0 kWh/kg wesentlich höher als der von Braunkohle (5,6 kWh/kg), was sich aber auch im Preis niederschlägt. Umweltbewusste Kamin-Fans sollten auch berücksichtigen, dass es sich hier im Vergleich zum nachwachsenden Rohstoff Holz um fossile Brennstoffe handelt.

 

Ethanolkamie als Alternative

Bioethanol gibt es in flüssiger Form, als Gel oder Paste. Er verbrennt sauber, ohne Rußbildung oder zurückbleibende Asche. Bioethanolkamine gibt es in unzähligen, besonders dekorativen Varianten. Da ein Ethanolkamin keinen Schornstein benötigt, kann er prinzipiell frei im Raum positioniert werden. Nach professionellem Einbau bietet ein Kamin mit Bioethanol auch ein komfortables Handling, das Feuer lässt sich leicht entzünden und sehr schnell wieder löschen.

Allerdings gibt es hier einige Sicherheitsaspekte zu beachten. Bioethanol verflüchtigt sich bereits bei Zimmertemperatur und ist leicht entzündlich und explosiv, was gelegentlich zu Unfällen aufgrund unsachgemäßer Bedienung oder Lagerung des Brennstoffs führt. Als Heizkostensenker eignen sich Bioethanolkamine eher nicht, hier steht eindeutig der dekorative Aspekt im Vordergrund.

 

Elektrokamine für Räume ohne Schornstein

Wie der Name bereits sagt, wird ein Elektrokamin über einen herkömmlichen Stromanschluss betrieben. Hier findet keine Verbrennung statt, sondern der Kamin ahmt lediglich ein Feuer durch verschiedene Beleuchtungseffekte nach. Je nach Wunsch gibt es auch Elektrokamine, die zusätzlich heizen.